Presse

Ich sachma: Normal!

Premierenkritik Ruhrnachrichten 30.05.2009
Wer Franziska Mense-Moritz' neues Solo-Programm "Ich sachma! Normal" sieht, sollte Taschentücher mit ins Fletch Bizzel nehmen. Es ist stellenweise so lustig, dass einem vor Lachen Tränen über die Wangen kullern.


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Quelle: RN-Website

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Westfälische Rundschau 15.06.2009

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Und früher

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„...wenn die Verwandlungskünstlerin ihr Läster- und Plappermaul öffnet und die Stimme erhebt, fliegt jede Tarnung auf.“
Westfälische Rundschau

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Westfälische Rundschau, Montag 19. September 2005

Ein Soloprogramm zum Schwärmen
Jetzt hat „Fränzi“ was zu beichten
Von Rainer Wanzelius
Warum nicht mal schwärmen? Sagen, dass dieses der schönste aller Geierabende gewesen ist? Auch, wenn es nicht stimmt?

Natürlich ist Franziska Mense – Moritzens erstes abendfüllendes Solo „ Warum Ich“
nicht der schönste, beste oder lustigste aller Geierabende. Es ist überhaupt kein Geierabend, allein schon wegen der Jahreszeit nicht, deren fünfte noch gar nicht angebrochen ist. Und doch. Mense –Moritz ist ja unbestritten – pardon, alle anderen! – die tragende Figur, wenn in Bövinghausen Saison ist. Und ihre Figuren – die Kellnerin Lotti, die Bandscheibe und Lollo aus der Südkurve – hat sie von da ja wieder mitgebracht zu sich selbst, zu „Warum Ich? Im Theater „Fletch Bizzel“.
Das Programm entpuppt sich als lustige Leidensgeschichte. Fränzi im Kommunionskleid, das beige und aus Wolle ist, Mutters Strickkunst, vom ersten Regenschauer vollgesogen. Fränzi am Beichtstuhl, herrliches Kasperltheater, ungefähr so: Welche Sünden hast Du begangen? – Keine! – Alle Menschen haben Sünden. – Ich aber nicht. – Hast Du doch. –Nein. - Ja. -Nein. –Ja. – Nein...
Fränzi geht. Kippt Bruders Briefmarkensammlung ins Klo und tut so viel Böses, wie es nur geht. Jetzt hat sie was zu beichten.
Der Grund, nach Dortmund zu ziehen, ist DKPist. Die legendäre WG an der Steinhammer Straße, wo all die vertrauten Figuren entstanden sind, die auch in diesem Solo nicht fehlen. Die Metzgerin in Matten ( Marten) . Die legendäre Krishna- Öko- Underground- Heilige.

Alles ist ständig in Bewegung

Das hier ist aber auch deshalb nicht Geierabend, weil Mense –Moritz kompakt zu erleben ist. Weil hier neue Facetten auftauchen; sich die Künstlerin auch mal leisere Spaßbereiche
( wunderbar der Abgang in die Pause) vorwagt. Und weil der Anteil der Lieder gleichberechtigt groß gegenüber Szenen ist. Von Hans Wanning am Klavier begleitet, bricht Mense- Moritz zu einem Streifzug durch die Popnoten- Literatur auf – mit herrlich anderen, revierdeutschen Texten. Doch das alles macht noch nicht die ganze Dichte dieses Abends aus. Letztlich ausschlaggebend ist die umwerfende schauspielerische Präsenz dieser Frau. Augen, Mimik, Körper und Klamotten – alles ist in ständiger Bewegung, immer passiert etwas. Selbst wenn nichts passiert. Auch der Wechsel der Garderobe ist immer eine Szene: Mense – Moritz wechselt auf offener Bühne.
Also – warum nicht mal richtig schwärmen? Wo es doch so viel zu nörgeln gibt auf dieser Welt.

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WAZ, Montag 19.09.2005

„Warum ich?
Weil Franziska Mense-Moritz Klasse ist

Erstes Solo beweist große Vielseitigkeit

Wir kennen sie alle, die entscheidende Frage: „ Warum ich?“ Kabarettistin Franziska Mense – Moritz macht sie zum Programm und zwar zu ihrem ersten Soloprogramm.
Bei der Premiere im ausverkauften Fletch Bizzel wurden zunächst die Fronten geklärt.
Künstlerin und Publikum würden sich „Ihrzen“ .
Franziska Mense – Moritz spricht das Publikum mit „ ihr „ an – und das Publikum sagt „ Ihr „ zu ihr.
Im Solo lernt man viel über die Ruhrpott – Kabarettistin. Und Ihre Kindheit im Münsterland.
Aufgewachsen ist sie in Enniger, Stadt Ennigerloh. Dort gehen die Uhren anders und zwar langsamer, eigentlich steuert die ganze Kindheit nur auf die erste heilige „Kommunion“ hin.
Auch bei Mense – Moritz, die traumatischer weise bei ihrer „ Erstkommunion“ ein von Muttern selbstgestricktes (!) beiges Kleid trug. Eigentlich war das Fest aber zum Scheitern verurteilt, da die zwangsläufig vorweggehende Beichte völlig aus dem Ruder lief.
Dass Franziska Mense – Moritz vielseitig ist, weiß man, seit sie nach ihrer „Rocktheater N8chtschicht“ – Zeit als Frontfrau des Geierabends brilliert.
Ihr Programm „ Warum ich?“ nutz sie, um diese Vielseitigkeit zu beweisen. Weit geht sie zwischendurch weg von der schrillen Ulknudel, von grausam –witzigen Gestalten des Dortmunder Alltags, die jeder im Publikum zu kennen glaubt. Im „ Solo“ lässt sie sich Platz für eine leise, ironische und durchaus melancholische Franziska Mense – Moritz.
Mit Geschmack und dem richtigen Händchen fürs Programm wurde sie von Hans Wanning am Klavier begleitetund begeisterte Das Publikum mit spritzigen Gassenhauern wie „ Da bin ich fies für, geh mich damit wech“ oder mit einer Arie über das gemeine Fischbrötchen.
Natürlich packte Mense – Moritz nach der Pause ihre Dauerbrenner aus, ob als Kellnerin Lotti, Münsterländerin Achnes oder als komisch Alte mit recht aggressiven Tendenzen im Krankenhaus, hier sitzt jeder Gag, jede Pointe trifft ins Schwarze. Und jedem im Publikum ist klar: das hier ist große Kabarettkunst. Die nächsten Termine 18.-20. November.
jusch

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Ruhrnachrichten, Montag, 19.09.2005

Metzger(in) aus Matten
99 Minuten Soloprogramm von Kabarettistin Franziska Mense – Moritz im Fletch Bizzel

99 Minuten volles Programm einer Power-Frau auf der Kabarett-Bühne. „ Huuuuuuuhhhh, ne Schapszahl!!!!!“ möchte man Franziska Mense – Moritz gerne entgegenschreien. Aber die singt noch Zugabe um Zugabe, wird umjubelt von ihren Fans, die die Ruhpottkabarettistin mit dem Westfalenherzen bei der Premiere ihres aller ersten Soloprogramms im Theater Fletch Bizzel gar nicht mehr von der Bühne lassen wollen.
Kultfiguren aus dem „Geierabend“ wie die Trinknudel der „ zwei vonne Südtribüne“ , Lotti, die schlampige Kellnerin und die „ Bandscheibe“ im blauen Frottee-Bademantel auf dem Krankenhausflur hat Franziska Mense – Moritz im zweiten Teil ihres Programms in flottem Tempo aufmarschieren lassen. Macht nix, dass die Schnapszahlverliebte Bäckersfrau vom „ Rocktheater N8chtschicht“ nicht dabei war. Vielleicht eine klitzekleine Zugabe beim nächsten Mal, im November im Fletch?
„ Warum ich?“ fragt die Kabarettistin in ihrem Solo ( Text und Regie: „ Geierabend“ - Regisseur ) Günter Rückert und macht sich zunächst daran, ihre Kindheit im münsterländischen Enniger ( in Ennigerloh) aufzuarbeiten. Sehr nervös war die ehemalige Frontfrau von “N8chtschicht“ und heute vom „Geierabend“ am Anfang so ganz alleine auf der Bühne. Und ungewohnt wenig schrill. Mehr in Blues-Stimmung – was angesichts ihrer Kindheit im selbstgestrickten Kommunionkleid verständlich ist, aber nichtso recht zu der temperamentvollen Franziska Mense – Moritz passt, die man sonst auf der Bühne kennt.
Skurille Kostüme stehen ihr besser als das kleine Schwarze. Da kommt die Landfrau aus Enniger („ Nordic Walking ist ein Bewegungskonzept mit Stöcken in der freien Natur. Das gilt ja wohl auch für das Setzen von Stangenbohnen“) besser an.
Und ihr Metzger aus Marten ( man sacht Matten) versprüht beim Leberwurst Verkaufen etwas vom Charme der guten alten Bäckersfrau.Auch mimisch geht die Kabarett-Clownin Franziska Mense – Moritz in diesen Rollen am besten auf.
Musikalisch ist ihr nach Blues zumute. Hans Wanning begleitet sie dabei am Keyboard. Und erst zum Schluß steigt das Publikum mit ein, klatscht sie nach oben, wenn sie singt:“ Ich bin, wie ich bin“. Und das ist fröhlich.
JG


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